Algerien: Einschüchterung eines Reporters der Tageszeitung El Watan

von Birgit Manzke

Am 31.07.2012, 16.50 Uhr in der Rue Didouche Mourad im Zentrum von Algier, wurde der algerische Reporter Zoheir Ait Mouhoub von vier Zivilpolizisten des Ministerium des Innern bedroht, durchsucht und nach einem verbalen Schlagabtausch mit dem Chef der Einsatztruppe wieder freigegeben – berichtete heute das Algerische Observatorium für Menschenrechte AOHR. Zoheir Ait Mouhoub verließ gerade das Haus eines Freundes, als vier Zivilpolizisten in einem schwarzen Polo ihn stoppten, zwei Männer hielten seine Hände fest und die anderen beiden durchsuchten ihn. Herr Ait Mouhoub wies sich als Journalist der Tageszeitung El Watan aus, die Antwort des Gruppenführers dieses Vierertrupps: „Sie werden teuer bezahlen!“ Die El Watan ist derzeit eine der wenigen algerischen Tageszeitungen, die eingeschränkt regimekritisch berichten können, dieser Vorfall wirft jedoch schwarze Schatten. Das Journalisten in Algerien mundtot gemacht werden ist an sich nichts neues, dass man sich jedoch nun auch an Journalisten der El Watan herantraut ist überaus bedenklich. Es sind oft die Reporter der El Watan, die beispielsweise mit France 24 oder auch dem deutschen Fernsehen zusammenarbeiten. Zoheir Ait Mouhoub hatte den Vorfall unverzüglich seinen Vorgesetzten bei der El Watan gemeldet. Als er abends nach Hause kam, hielten sich erneut diese vier Polizisten in der Nähe seiner Wohnung auf, fluchtartig rannten sie die Treppe hinunter, als sie den Reporter kommen sahen – anbei sah der Reporter einige junge Männer mit ungewöhnlichem Verhalten – berichtet er. Wieder gab er Meldung an seine Redaktion. Am nächsten Tag setzte sich der Journalist mit dem stellvertretenden Sicherheitschef der zuständigen Behörde in Verbindung, um den Vorfall zu klären. Kurze und knappe Antwort: „ Das Fahrzeug der vier Polizisten wurde ermittelt, es handelte sich jedoch nicht um einen von uns angeordneten Auftrag.“ Diese Aussage ist sehr typisch: Menschen werden bedroht und anschließend will niemand schuld sein oder den klagenden Personen wird unterstellt, dass sie sich den Vorfall nur eingebildet hätten, so hält man sich Probleme vom Hals und kann unbeschadet weiterhin Personen erpressen, demütigen oder einschüchtern.

Zoheir Ait Mouhoub hat zahlreiche Untersuchungen in der Tageszeitung El Watan veröffentlicht und enthüllt Korruption. Er war bereits drei Mal Opfer von Beschattung und Einschüchterung in den vergangenen 2 Jahren!

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