Schläge bei friedlichem Sitzstreik in Sétif/Algerien

von Birgit Manzke

Am 16.10. wurden erneut Menschenrechtsaktivisten – die friedlich an einem Sitzstreik teilnahmen,  verhaftet und geschlagen. 9 führende Mitglieder der verschiedensten Menschenrechtsbewegungen wurden kurzzeitig auf dem Polizeipräsidium festgehalten und namentlich registriert, weil sie Gewerkschafter von SNAPAP in Setif unterstützten. Unter den Geschlagenen: Abdelmalek Aibek und Abdelkader Kherba. Herr Kherba bekam von der Polizei so starke Schläge auf den Kopf, dass er bis zum heutigen Tage mit den Folgen zu kämpfen hat. Was kein irrelevanter Faktor ist, dass Menschen, die bereits aus politischen Gründen im Gefängnis gesessen haben, keine sozialen Gelder bekommen und einen Arbeitsplatz erst recht nicht. Dies bedeutet, dass Betroffene einen Arzt aus eigener Tasche zahlen müssen – von was, ist egal, denn ein Untergang der Aufrührer soll bezweckt werden. Herr Kherba ist bereits vorverurteilt und fällt in die Sparte der oberen Aufzählungen, er konnte somit keinen Arzt aufsuchen. Menschen wie er müssen zweimal überlegen, für was sie ihr Geld ausgeben und so kann es oftmals zu Spätfolgen kommen, wenn ein Arzt nicht rechtzeitig konsultiert wird (Foto: Rechts Herr Kherba, links Herr Aibek). Es ist unschwer zu erkennen, dass Abdelkader Kherba, durch die Schläge, mindestens eine Gehirnerschütterung davongetragen hat. Menschenrechtsorganisationen schlagen weltweit Alarm über die katastrophalen Zustände im Umgang mit Menschenrechtlern in Algerien. In den vergangenen Tagen endete, zum Thema: „Menschenrechte in Afrika“, eine Konferenz in Yamoussoukro/Côte d’Ivoire. Die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) und die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) haben der algerischen Regierung eine starke Rüge erteilt. Zudem setzten sich, am vergangenen Samstag, auch UN-Inspektoren mit dem Thema „Menschenrechte in Algerien“ auseinander. Sie waren zu einer Konferenz,  mit einigen Abgeordneten der Menschen- und Bürgerrechtsbewegung,  nach Tizi-Ouzou geladen, auch „Volksvertreter“ der örtlichen Behörden waren anwesend. Zwei Eingaben, an den UN-Sonderberichterstatter (Im Zeitraum von 2 Monaten), sind diesem Treffen vorausgegangen, unter anderem auch der Fall Abdelkader Kherba. Herr Kherba hatte vom 21.08.-11.09.2012, wegen einer Demonstration gegen Wassermangel, fast drei Wochen im Gefängnis verbracht. Einige Stadtteile seiner Heimatstadt Ksar El Boukhari, waren während des Ramadans für mehrere Wochen ohne Wasser und das bei Temperaturen von zum Teil über 40°C.

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