Algerien: Kampf um den Thron – Bouteflika bekommt Konkurrenz

von Birgit Manzke

Seit Monaten beschäftigt die Menschen in Algerien nur ein Thema: Wer wird der nächste Präsident und wird Bouteflika – in seinem angeschlagenen Gesundheitszustand, tatsächlich noch einmal kandidieren und sich im April 2014 mit aller Macht eine vierte Amtszeit erkämpfen. Zumindest ist dies der Wunsch des FLN Generalsekretärs – Amar Saadani. Während bei Bouteflika immer noch Unklarheit darüber herrscht ob er das Angebot Saadanis annimmt und für die FLN in den Ring steigt, erscheint plötzlich ein bisher unbekannter Mann auf der Bildfläche und macht von sich reden, gemeint ist Soufiane Djilali, Parteichef der Jil Jadid (Neue Generation). Djilali verkörpert das was Algerien dringend braucht: Junges Blut, gepaart mit Intelligenz, Mut und Charisma. Wer ist dieser Mann, der wie Phönix aus der Asche stieg und nun um das höchste Amt im Lande buhlt? Egal wie das Ergebnis sein wird, Djilali hat es geschafft, dass er zumindest bis April 2014 Algerien und den Rest der Welt in Atem hält. Soufiane Djilali, geboren am 16. September 1958 in Blida/Algerien, Veterinärmediziner, promovierte 1988 in Frankreich – gab dort während seines Studiums wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften heraus, beispielsweise über die Biologie von Retroviren. Er ist bekennender Pferdeliebhaber, praktizierte in seiner Jugend Pferdesport (Springreiten) und wurde 1975 algerischer Meister sowie 1978 Maghreb Champion in Tunis. Seine politische Karriere startete Djilali 1989, als er der algerischen Partei PRA (Partei der algerischen Erneuerung) beitrat und im Juni 1990 deren Generalsekretär wurde. 1991 und 1997 leitete er die Parlaments-und Kommunalwahlen und trat – aufgrund von Spannungen zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten, 1999 aus der Partei aus. Djilali versuchte sich in eigenen politischen Projekten und gründete 2000 die Bewegung für Freiheit und Entwicklung, er erhielt für seine Organisation jedoch nicht die nötige Zulassung durch das Ministerium des Inneren. 2001 wollte er mit der selbst gegründeten Partei „El Badil“ erneut politisch durchstarten, aber wieder wurde er ausgebremst. Djilali resignierte und zog sich aus der Politik weitestgehend zurück, seine einzigen dahingehenden Aktivitäten beschränkten sich auf die Erstellung der Website „Demokratisches Forum“ und kleinere Artikel in nationalen Zeitungen.

2012 – Gründung der Jil Jadid Partei

Auf einem Parteikongress – am 3. März 2012, wird Soufiane Djilali zum Präsidenten von Jil Jadid gewählt. Es kehrte Ruhe ein. Erst am 30. März startete Djilali – gemeinsam mit dem ehemaligen Regierungschef Ahmed Benbitour und Ahmed Mechati, sein Programm und forderte – in Kooperation mit selbigen, eine strategische Allianz zwischen den Kräften des Wandels. Eine Änderung am bestehenden System solle in erster Linie durch Bürgermobilisierung hervorgerufen werden, vier wichtige Punkte unterstreichen sein Konzept: 1) Keine vierte Amtszeit von Bouteflika, 2) Keine Verlängerung seines Mandats, 3) Keine Verfassungsänderungen und 4) Keine Manipulation der Wahlergebnisse. Am 27. September 2013 wurde Djilali zum Präsidentschaftskandidaten der Jil Jadid vorgeschlagen und er nahm diesen Vertrauensbeweis seiner Parteigenossen an – wie am 2. November bekannt wurde. Djilali besteht auf die Offenlegung medizinischer Unterlagen über den tatsächlichen Gesundheitszustand Bouteflikas, sollte dieser noch einmal die Präsidentschaft anstreben. Er bedauert es, dass die algerische Opposition derzeit in einer Art Schockstarre verweilt und jeglichen Mut und Glauben an Veränderung fast verloren hat. Seine Kandidatur auf das höchste Amt im Land, soll einen Weckruf bezwecken und dem algerischen Volk wieder Mut machen, frei nach dem Motto: „Seht her, hier ist jemand der sich traut Bouteflika und seinem Clan die Stirn zu bieten.“ Djilali ruft die Westmächte dazu auf, die Unterstützung Bouteflikas zu überdenken, denn dieses Land ist fernab der Demokratie und die Regeln Bouteflikas gelten noch lange nicht für seine Herausforderer. Er unterstreicht, dass seine Partei sich strikt von dem bestehenden System – der destruktiven Zusammenarbeit mit Militär und dem algerischen Geheimdienst DRS, unter der Leitung des Bouteflika-Clans – abwendet. In diesem Zusammenhang ein Zitat von Nacer Boudiaf  – Politiker und Sohn des ermordeten algerischen Präsidenten Mohamed Boudiaf, der im Februar 2012 in einem Interview mit der Zeitschrift Béjaia Aujourd’hui zum Thema: Parlamentswahl – sagte:Die besten Gärtner der Welt können nichts gegen eine Frucht tun, die mit dem Wurm in seinem Inneren geboren wurde. In Algerien ist es notwendig, die Frucht von dem Wurm zu bereinigen, um über eine erfolgreiche Ernte sprechen zu können. Gärtner, die neue Bäume pflanzen, können keine gesunde Frucht hervorbringen, wenn das Nährmittel bereits kontaminiert war. Wollen wir die Menschen mit gesunden Früchten ernähren, das ist die Frage, die wir uns – über die Wahl am 10. Mai 2012, stellen müssen.“

Ich möchte mich für das verzerrte Schriftbild in diesem Artikel entschuldigen,  ich  weiß nicht ob dies eine Störung hier bei WordPress ist oder andere Ursachen vorliegen, ich arbeite daran den Fehler zu finden und zu beheben, vielen Dank für Ihr Verständnis ;)!

djillali-sofiane-fln

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