Flüchtlinge: Wir ernten was wir säen

Flüchtlinge - Foto - Franco LanninoFoto:  Franco Lannino

von Birgit Manzke

Die fünf größten Waffenexporteure der letzten Jahre sind die Vereinigten Staaten, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Somit sind vier europäische Länder mitverantwortlich, dass unter anderem auch Diktaturen mit Rüstungsgütern beliefert werden. Das Leid der dortigen Bevölkerung interessiert hierbei nur am Rande, Hauptsache ist, die eigene Wirtschaft floriert – egal wie. Werden Vertreter der deutschen Bundesregierung auf die Zustände in einigen Importländern angesprochen, so scheinen diese oftmals ahnungslos bis unwissend. Wo sind die Berater und Experten? Die, die sich mit ihrem Wissen, über entsprechende Länder, eine goldene Nase verdienen? Will man sie nicht hören oder ist ihr Wissen doch nicht allumfassend. Die Medien berichten stets über das, was auch ins politische Konzept passt oder was aufgrund ausländischer Medien – die bereits berichtet haben – eh nicht mehr zu verschweigen ist. Sollten außerplanmäßig doch mehr Informationen über ein bestimmtes Land an die Öffentlichkeit dringen – wie im Fall von Menschenrechtsverletzungen in Algerien – und es wurde bereits ein Milliarden-Geschäft ausgehandelt, dann wird kurzerhand der vorhergehenden Regierung und ihren Koalitionspartnern die Schuld in die Schuhe geschoben – umgesetzt wird der Plan jedoch trotzdem. Algeriern wird derzeit mit Teilen zum Bau von 980 Fuchs-Panzern beliefert, inklusive der nötigen Fabrik, die Fertigung soll in Algerien selbst erfolgen. Ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie instabil die Gesamtsituation des nordafrikanischen Landes ist, verteidigt man seitens der Bundesregierung derartige Lieferung mit dem Schutz der Außengrenzen Algeriens, gegen Terroristen aus umliegenden Ländern. Algerien hat jedoch ein viel schwerwiegenderes Problem, nämlich die eigene Innenpolitik, die nicht zum Wohle des Volkes ausgerichtet ist. Während für uns in Deutschland das Thema: Milliarden-Deal mit Algerien – bereits abgeschlossen ist und öffentlich kein Wort mehr darüber verloren wird, befasst sich Algeriens Obrigkeit unterdes damit, weiterhin Regierungsgegner und Menschenrechtsaktivisten zu unterdrücken und ihnen jegliche Rechte abzusprechen – Bürgerrechtler werden quasi genötigt ins Ausland zu fliehen. Wer Bürgerrechtler ist, liebt sein Land und wer sein Land liebt, der kämpft bis es nicht mehr geht. Fast alle Aktivisten die Algerien verlassen, hatten zuvor mindestens zwei Gerichtsverfahren, mit Verurteilungen zu hohen Geldstrafen und Freiheitsentzug – entweder abzusitzen im Gefängnis oder ausgesetzt auf Bewährung. Durch diesen Druck bleibt ihnen am Ende nichts anderes übrig, als die Heimat zu verlassen. So stranden sie hier, hier bei uns in Europa, wo sie auch nicht willkommen sind. Es ist eine Spirale entstanden, die wir als Bevölkerung – hier in den westlichen Ländern – zu verantworten haben, weil wir unsere Politiker schalten und walten lassen, ohne zu hinterfragen worauf unser Reichtum basiert. Ein anschauliches Beispiel für skrupellose Politik, bietet derzeit auch unser Nachbarland Frankreich mit seinem Fracking-Vertrag. In Frankreich ist Fracking strengstens verboten, aber da gibt es ja noch die ehemalige Kolonie Algerien, dessen Regierung man – aufgrund ihres korrupten, totalitären Führungsstiles – überzeugen konnte, die eigene Bevölkerung zu gefährden und im Süden des Landes Fracking-Projekte für Frankreich zu starten. Die algerische Bevölkerung wehrt sich und wer sich wehrt und friedlich demonstriert landet im Gefängnis – demonstrieren in Algerien verboten. Die ehemals führenden Bürgerrechtler Yacine Zaid und Tarek Mameri haben es – nach mehreren Gefängnisaufenthalten, kürzlich geschafft nach Europa zu fliehen, ihrem Kollegen Abdelkader Kencha erging es leider anders, er sitzt seit Wochen im Gefängnis. Das Bizarre, man flieht zumeist in das Land dessen Sprache man beherrscht – in diesem Fall oftmals nach Frankreich. Der Wille, die eigene Heimat zum Besseren zu verändern, bleibt jedoch und so wird auf Frankreichs Straßen für ein besseres Algerien demonstriert oder für die Freilassung ehemaliger Weggefährten. Bevor man also Menschen verurteilt, die bei uns Schutz suchen oder auf unseren Straßen ihre Ziele weiterhin verfolgen, sollte man zunächst Ursachenforschung betreiben. Ich erinnere mich an einen Aufruf bei Facebook, ein Aufruf – seitens der Algerier – an die französische Bevölkerung, Druck auf die eigene Regierung auszuüben, dass der Öl-und Gaskonsum nicht auf Kosten eines anderen Volkes gesichert werden sollte, denn umweltverträgliche Richtlinien – wie sie beispielsweise für Fracking in Deutschland erarbeitet wurden, gelten noch lange nicht für Algerien. Die aufgeführten Beispiele könnte man endlos erweitern, um zu erkennen, in was für einer Spirale wir uns befinden und warum wir mitverantwortlich sind für das Leid auf dem schwarzen Kontinent. Wenn wir bei uns – falscher Politik – einen Riegel vorschieben, dann werden auch die Flüchtlingsströme nachlassen und jeder kann in Frieden nach seinen Regeln, in seinem Kulturkreis und mit seiner Familie leben.

Dieser Video erklärt in einfacher Form Ursache und Wirkung: https://www.youtube.com/watch?v=V1eZ8Ilgbfs

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